POWERMAN NEWS

«Hoffentlich passen dieses Jahr alle Puzzleteile zusammen»

Jens-Michael Gossauer ist die Schweizer Medaillenhoffnung am Powerman Zofingen. Zweimal WM-Silber (2021 und 2019) und einmal WM-Bronze (2024) hat der 32-Jährige über die Duathlon-Langdistanz schon gewonnen. Im Interview erzählt er über die Herausforderung, Spitzensport und Job unter einen Hut zu bringen und warum es dieses Jahr mit WM-Gold klappen könnte.

Du hast als Fussballspieler beim FC Davos angefangen, wie bist du schliesslich im Duathlon-Sport gelandet?

Ich habe durch meinen Vater schon als kleiner Junge einige Male pro Jahr an Laufwettkämpfen teilgenommen. Als ich mit 16 Jahren am Greifenseelauf teilnahm, kontaktierte mich der LC Uster und nahm mich in seine Trainingsgruppe auf. Ab dann trainierte ich regelmässiger und hörte mit dem Fussball auf. Als Junior war ich schnell erfolgreich. Als es dann darum ging den Sprung in die Elite zu schaffen, hatte ich immer häufiger mit Überlastungsverletzungen zu kämpfen. In einer der Verletzungspausen kaufte ich mir mein erstes Rennvelo und merkte schnell, dass mir das Radfahren eigentlich besser liegt als der Laufsport. Bald setzte ich mir das Ziel die beiden Sportarten zu kombinieren und mich im Duathlon zu versuchen. 

Was gefällt Dir am Duathlon-Sport?

Die familiäre Stimmung an den Schweizer Wettkämpfen. Obwohl die Teilnehmerzahlen leider sehr überschaubar sind, haben wir in der Schweiz an den Duathlonstarts meist ein sehr hohes Niveau, das schätze ich sehr. Im Wettkampf selbst gefallen mir die vielen taktischen Möglichkeiten, die ein Duathlonrennen bietet. 

Als 32-Jähriger befindest Du Dich in einem guten Alter für Ausdauersport. Merkst Du dies beim Leistungsvermögen?

Ich merke, dass ich eine höhere Grundausdauer als in jüngeren Jahren habe. Da ich relativ spät mit dem Radfahren begonnen habe, verbessere ich mich nach wie vor mit jeder Saison. Allerdings muss ich gestehen, dass ich mich bereits schlechter regeneriere wie noch mit 20.

Duathlon bedeutet viel Trainingsaufwand, wie bringst Du das mit Deinem Job als Physiotherapeut unter einen Hut?

Das ist nicht immer einfach. Ich spüre schon, dass ich nach einem langen Arbeitstag nicht gleich viel Energie habe, wie wenn ich mich voll auf den Sport konzentrieren kann. Im Sommer habe ich in der Regel etwas mehr Ferien, um mein Training intensivieren zu können. 

Du betreibst Ausdauersport, hast aber mit Asthma zu kämpfen. Wie gehst Du damit um?

Ich habe kein eigentliches Asthma. Durch eine starke Pollenallergie gibt es Tage oder Wochen im Frühjahr, wo ich asthmaähnliche Beschwerden bei hoher Belastung verspüre. Im September am Powerman Zofingen ist das zum Glück nie ein Thema.

Deine Vorbereitungen auf den Powerman Zofingen liefen bisher sehr gut. Schweizermeistertitel im Duathlon sowie drei weitere Siege (Linthathlon, Grenchenberglauf und Duathlon Wallisellen) diese Saison. Wie schätzt Du Deine Form ein?

Ich bin sehr zufrieden mit der bisherigen Saison. Aktuell bin ich noch nicht da, wo ich Anfang September sein muss, daran arbeite ich. 

Wie sieht Deine abschliessende Vorbereitung auf den Powerman Zofingen aus?

Die meiste Zeit verbringe ich in den Bergen, um mich in Ruhe vorzubereiten und im Idealfall noch einen Höheneffekt mitzunehmen.

Du hast bereits zweimal WM-Silber und letztes Jahr WM-Bronze in Zofingen gewonnen. Da fehlt eigentlich nur noch Gold? 

Das ist richtig. Es ist aber nicht das, woran ich während des Rennens in Zofingen denken werde. 

Du kennst den Powerman Zofingen dank mehrerer Teilnahmen sehr gut. Hast Du vor irgendetwas bei diesem harten Rennen noch besonders Respekt?

Vielleicht hatte ich in der Vergangenheit auch etwas zu viel Respekt und habe die Rennen eher konservativ gestaltet. Aus jeder Teilnahme konnte ich meine Lehren ziehen und hoffe, dass dieses Jahr alle Puzzleteile zusammenpassen werden. Den nötigen Respekt vor den verschiedenen Herausforderungen dieses Rennens zu haben, gehört dazu. 

Jens-Michael Gossauer (links) stand schon dreimal in Zofingen auf dem Podest.